Jedes Jahr stellt sich für viele Muslime in Deutschland dieselbe Frage: Wann beginnt Ramadan?
Und jedes Jahr scheint die Antwort leicht unterschiedlich auszufallen. Mal startet der Fastenmonat an einem Montag, mal an einem Dienstag. In manchen Ländern beginnt Ramadan früher, in anderen später. Für Außenstehende wirkt das oft verwirrend – für Muslime im Alltag kann es sogar organisatorisch herausfordernd sein.
Dieser Artikel erklärt verständlich und fundiert, wann Ramadan in Deutschland beginnt, wie das Datum berechnet wird, warum es Unterschiede gibt und wie man trotz verschiedener Methoden zuverlässig planen kann.
Was ist Ramadan und warum ist der Beginn so wichtig?
Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Kalenders und hat für Muslime eine besondere spirituelle Bedeutung. Während dieses Monats fasten erwachsene Muslime von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Neben dem Fasten stehen Gebet, Selbstdisziplin, Wohltätigkeit und Gemeinschaft im Mittelpunkt.
Der genaue Beginn von Ramadan ist entscheidend, weil er festlegt:
- ab wann gefastet wird
- wann sich Tagesabläufe ändern
- wann religiöse Rituale beginnen
- wann später das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) stattfindet
Gerade in Deutschland, wo Ramadan kein gesetzlicher Feiertag ist, hängt viel von einer verlässlichen Planung ab – für Arbeit, Schule und Familie.
Warum Ramadan jedes Jahr an einem anderen Datum beginnt
Der wichtigste Grund liegt im islamischen Kalender, auch Hijri-Kalender genannt. Dieser basiert nicht auf der Sonne, sondern auf dem Mond.
Ein islamisches Jahr:
- besteht aus 12 Mondmonaten
- hat etwa 354 Tage
- ist rund 11 Tage kürzer als das Sonnenjahr
Dadurch verschiebt sich Ramadan jedes Jahr um etwa 10 bis 11 Tage nach vorne im gregorianischen Kalender. Nach rund 33 Jahren durchläuft Ramadan einmal alle Jahreszeiten – vom Winter bis in den Hochsommer.
Die zentrale Rolle der Mondsichtung
Traditionell beginnt Ramadan mit der Sichtung der neuen Mondsichel (Hilal). Sobald der Neumond nach Sonnenuntergang sichtbar ist, beginnt der neue Monat – und damit auch Ramadan.
Hier liegt der Kern vieler Unterschiede:
- Der Mond kann je nach Region und Wetter unterschiedlich sichtbar sein
- Nicht überall ist die Sichtung am selben Abend möglich
- Deshalb kann Ramadan in verschiedenen Ländern an unterschiedlichen Tagen beginnen
Diese Praxis geht direkt auf islamische Überlieferungen zurück und wird bis heute von vielen Gemeinschaften beibehalten.
Berechnungsmethoden: Mondsichtung vs. astronomische Berechnung
In der modernen Welt werden zwei Hauptmethoden verwendet, um den Beginn von Ramadan festzulegen:
1. Lokale oder globale Mondsichtung
Diese Methode orientiert sich an der tatsächlichen Sichtung des Mondes:
- entweder lokal (z. B. Europa oder Deutschland)
- oder global (z. B. Sichtung in Saudi-Arabien)
Vorteil:
✔️ stark an der religiösen Tradition orientiert
Nachteil:
❌ kurzfristige Bekanntgabe
❌ schwer planbar für Alltag, Schule und Arbeit
2. Astronomische Berechnung
Hier wird der Beginn des Monats auf Basis astronomischer Daten im Voraus berechnet:
- Neumond-Zeitpunkt
- Sichtbarkeitszonen
- geografischer Standort
Diese Methode wird zunehmend in Europa genutzt, da sie:
- langfristige Planung ermöglicht
- Kalender im Voraus erstellt
- mehr Einheitlichkeit schafft
Viele muslimische Organisationen in Deutschland greifen heute auf diese Berechnung zurück, um ihren Gemeinden Klarheit zu geben.
Welche Methode wird in Deutschland genutzt?
In Deutschland gibt es keine einheitliche zentrale Instanz, die den Beginn von Ramadan verbindlich festlegt. Moscheen und Verbände können unterschiedliche Methoden anwenden. Das führt dazu, dass:
- einige Gemeinden früher beginnen
- andere einen Tag später starten
- Familien manchmal unterschiedliche Starttage haben
Für viele Muslime ist das weniger ein religiöses Problem als ein praktisches. Schule, Arbeitgeber und Termine richten sich nicht nach kurzfristigen Mondmeldungen.
Deshalb nutzen viele Menschen einen muslimischen Kalender für Deutschland, der auf verlässlichen Berechnungsmethoden basiert und die islamischen Termine übersichtlich mit dem deutschen Alltag verbindet, zum Beispiel über einen digitalen Kalender wie
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der Hijri- und gregorianische Daten für Deutschland kombiniert und frühzeitig anzeigt.
(Kontextuelle Erwähnung zur besseren Planung, keine Werbung)
Ramadan und Alltag in Deutschland
Der Beginn von Ramadan hat direkte Auswirkungen auf den Alltag:
Arbeit
- veränderte Essens- und Schlafzeiten
- Konzentration während langer Sommertage
- Abstimmung von Arbeitszeiten oder Pausen
Schule
- fastende Jugendliche im Unterricht
- Sport- und Prüfungsbelastung
- Gespräche zwischen Eltern und Lehrern
Familie
- gemeinsames Fastenbrechen (Iftar)
- nächtliche Gebete
- veränderter Tagesrhythmus
All das funktioniert deutlich besser, wenn der Starttermin frühzeitig feststeht.
Warum es manchmal zwei Startdaten gibt
Es kommt immer wieder vor, dass man hört:
„Ramadan beginnt morgen – oder doch erst übermorgen?“
Das liegt fast immer an:
- unterschiedlichen Berechnungsmethoden
- verschiedenen regionalen Entscheidungen
- fehlender einheitlicher Kommunikation
Religiös sind diese Unterschiede akzeptiert. Praktisch sind sie jedoch eine Herausforderung – besonders in einem Land wie Deutschland, das stark auf Planung und Verlässlichkeit setzt.
Wie Muslime in Deutschland heute planen
Viele Muslime haben für sich einen pragmatischen Weg gefunden:
- Orientierung an einer festen Berechnungsmethode
- Nutzung digitaler Kalender
- frühzeitige Abstimmung mit Schule oder Arbeitgeber
Der Fokus liegt dabei weniger auf der Debatte über Methoden, sondern auf Klarheit und Alltagstauglichkeit.
Fazit: Wann beginnt Ramadan in Deutschland?
Ramadan beginnt nicht an einem festen Datum, sondern richtet sich nach dem islamischen Mondkalender. Ob durch Mondsichtung oder Berechnung – der Start verschiebt sich jedes Jahr und kann je nach Methode leicht variieren.
Für Muslime in Deutschland ist deshalb weniger die Frage entscheidend, warum es Unterschiede gibt, sondern wie man trotzdem verlässlich planen kann. Wer den Hintergrund versteht und auf eine klare Terminübersicht setzt, kann Ramadan bewusst erleben – ohne organisatorischen Stress.
Ramadan ist am Ende nicht nur eine Frage des Kalenders, sondern eine Zeit der Besinnung, Gemeinschaft und inneren Ausrichtung.

